Das an der Universität Münster gegründete Ensemble faszinierte Samstagabend die vielen Zuhörer mit außerordentlichen Talenten. Dabei bewiesen die Studenten, die sich aus verschiedenen Fachbereichen zusammen gefunden haben, trotz ihrer teilweise noch jungen Jahre bereits sehr viel Konzerterfahrung.
Den Anfang fand das Konzert mit Pergolesis bekanntem Werk „Stabat Mater“ in f-Moll für Sopran, Alt, Streicher und Basso Continuo. Bereits hier wussten die Musiker mit gesanglicher Brillanz und instrumentaler Perfektion zu begeistern. Philipp Mathmann erstaunte in seiner Position als Sopran, in der Regel nur von weiblichen Stimmen zu bewältigen.

Opernhafte Melodik

Die Komposition Pergolesis indes geht auf ein mittelalterliches Kirchengedicht des wahrscheinlich 13. Jahrhunderts zurück. Inhaltlich wird dabei der Schmerz Marias um ihren gekreuzigten Sohn Jesus besungen. Interessant vor allem ist an dieser sakralen Komposition die typische Verbindung kontrapunktischer Satzweise in den Chören und opernhafter Melodik in den Solopassagen. Nicht nur musikgeschichtlich interessant war auch die folgende Komposition Albinonis.
Der italienische Musikwissenschaftler Remo Giazotto veröffentlichte das Adagio in g-Moll als ein auf Fragmenten, welche in den Ruinen der zerstörten Dresdner Staatsbibliothek gefunden worden waren, basierendes Werk. Mittlerweile gilt es jedoch als sicher, dass das Stück vollkommen aus der Feder des Wissenschaftlers stammt, da es in seiner melodiösen und harmonischen Struktur eher einen spätromantischen Duktus aufweist. Lobenswert war an der musikalischen Aufführung besonders Harduin Boevens graziöses Orgelspiel. Die Orgelharmonien schwebten anmutig durch das Kirchenschiff, bevor behutsam der sakrale Gesang einsetzte. Ergreifend.

Emotional gewaltig

Das Ausnahmewerk Salve Regina in g-Moll Joseph Haydns bildete den krönenden Abschluss des Konzertes. „Symphonia Nova“ gelang auch hier eine hochwertige Umsetzung der Komposition, die wunderbar die emotionale Gewaltigkeit herausarbeitete, welche Haydns Kompositionen auch heute noch zeitgemäß erzielen und aktuell erscheinen lassen.

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