Am Passionssonntag gastierte das Strteicherensemble Symphonia Nova (Münster) gemeinsam mit Soprano Philipp Mathmann (Münster), Oboistin Elisabeth Wieland (Hannover) und Cembalistin Nino Sakaadze (Münster) beim Musikkreis Marienstatt. Unter dem Titel der Kantate „Mein Herze schwimmt im Blut” von Bach erklangen Werke des deutschen Komponisten sowie von Vivaldi und Albinoni.

Symphonia Nova ist ein 2008 gegründetes Streicherquintett, das international konzertiert und sich gemeinsam mit renommierten Solisten vorwiegend der Musik des Barocks und der frühen Klassik zuwendet. Mit „l’inverno” aus Vivaldis berümten „Vier Jahreszeiten” gaben die Streicher einen meisterhaften Auftakt des Konzertes, indem sie die winterliche Naturdarstellung des Italieners auf vielseitige Weise umsetzten und so ihre Zuhörer eindrucksvoll in diese eintauchen ließen. „Stabat mater”, ebenfalls von Vivaldi, bildete neben Bach Titelwerk das zweite große Thema des Konzerts. In acht Sätzen sang Philipp Mathmann den mittelalterlichen Text, in dem Maria ihren Schmerz um den gekreuzigten Sohn ausdrückt. Der Sopranist faszinierte mit seiner außergewöhnlichen Stimme, mit der er alle Facetten des Werkes zum Ausdruck brachte: vom Beginn voller Entsetzen, über ruhigere Phasen, bis hin zum leidenschaftlichen Gebet als Abschluss.

In Tomaso Albinonis „Konzert für Oboe in d-Moll” sowie Johann Sebastian Bachs „Sonata für Viola da gamba und Cembalo, D-Dur” bewiesen vor allem Elisabeth Wieland (Oboe) und Nino Sakaadze (Cembalo) ausgesprochenes Geschick an ihren Instrumenten.

Schließlich erklang Bachs Kantate „Mein Herze schwimmt im Blut” aus dem Jahr 1714. Der Text handelt, ausgehend vom Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner, von der Erlösung eines Sünders durch Gott und thematisiert Reue und Vergebung. In den ersten acht Sätzen wechseln sich Rezitative und Arien ab mit Ausnahme eines Chorals im sechsten Satz. Bachs Komposition stellt durch ihren Wechsel von Streicher-, Oboen- und Continuobelgeitung die Entwicklung von Dramatik, Flehen und Verzweiflung des Sünders zu dessen Ruhe nach seinem Schuldbekenntnis und schließlich zur Freude über Gottes Vergebung dar. Mathmann interpretierte lebendig und mit Leichtigkeit und meisterte jede Höhe mit ausgereifter Tontechnik. Insgesamt ließen alle Künstler nichts zu wünschen übrig und beeindruckten vor allem mit den tänzerischen Rhythmen der abschließenden Arie, in der die thematisierte Freude nicht nur von den Musikern gelebt wurde, sondern auch auf das Publikum der gut besuchten Abteikirche übergriff, was dessen lang anhaltender Applaus und Ovationen bewiesen.

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